Bonjour Cressier 

Wir verbrachten einen Tag am "Fête du vin nouveau" in Cressier, wunderschön gelegen zwischen dem Bieler- und Neuenburgersee.

Unmenschlich früh für einen Sonntag, um 7.00 Uhr, fuhr der Car mit uns Richtung Westschweiz. Das Wetter zeigte sich für die Jahreszeit eher von einer kalten und nassen Seite. Aber wir waren trotzdem guter Dinge. In Altreu machten wir einen Kaffeehalt und genossen für einen kurzen Augenblick die Aussicht auf den See, bevor wir uns wieder in die Wärme der Gaststube begaben. Schade, schade, bei Sonnenschein wäre die Gartenterrasse sicher sehr anheimelnd… Weiter ging es dann durch die Bieler Weinberge nach Cressier. Dort schleppten wir unsere ganze "Instrumentenbaggage" von der Querflöte über die Pauke bis zum Xylophon zur Weinkellerei Cave des Lauriers der Familie Jungo & Fellmann.

Führung und Degustation

Der Weinbauer, Monsieur Christian Fellmann, führte uns zu einem Weinberg gleich oberhalb des Betriebes und erzählte uns dort allerlei Interessantes über den Weinanbau und seine Familie, welche die Weinkellerei bereits in der fünften Generation führt. Ihr Weisswein "Le Charmeur", aus Chasselat-Trauben gekeltert, ist preisgekrönt und der ganze Stolz der Familie. Am selben Abend der Preisverleihung fegte ein Sturm über die Gegend und zerstörte dreiviertel der ganzen Traubenernte. Erfolg und Verlust also beinahe Hand in Hand. Auch dieser kalte Frühling macht den Weinrebenknospen teils zu schaffen und es lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen, wie hoch der Verlust sein wird. Aus den Pinot Noir Trauben wird Rotwein und Rosé (Oeil-de-Perdrix = Rebhuhnauge) hergestellt. Letzterer ist übrigens ein typischer Wein der Region Neuchâtel. Die Chasselat-Trauben bilden ca. 35% des Weinberges. Aus ihnen wird ein fruchtiger Weisswein hergestellt. Mit einem kleinen Anteil an Chardonnay und Pinot gris wird das Angebot abgerundet. In der Weinkellerei wird der Wein nach nur sehr kurzer Zeit in den Chromstahltanks in Holzfässern weitergelagert. Monsieur Fellmann erzählte uns noch allerlei Interessantes, bis wir dann zuletzt die verschiedenen Weine auch kosten durften.

Platzkonzert im Zelt

Unser Platzkonzert im Schlosshof (Schloss erbaut 1610-1616) wurde aus wetterbedingten Gründen in ein kleines Festzelt verschoben. Dort spielten wir teils Stücke aus unserem Repertoire und auch in den letzten Wochen neu erlernte Stücke, wie zum Beispiel: „Übere Gotthard flüge d‘ Bräme“, „A Banda“, ein bekannter Marsch und „Swisswing“. Danach genossen wir in der Wärme ein sehr feines Mittagessen im Croix-Blanche bevor wir uns dann wieder in das Festgetümmel warfen. Das Weinfest in Cressier gründet auf der Einsegnung der neuerbauten Kirche im Jahr 1879, welche jedes Jahr von der jüngeren Bevölkerung mit einem „Eierlauf“ gefeiert wurde. 1974 beschloss man auch in Cressier ein Weinfest zu feiern aber im Frühling und mit Einbezug des „Cours des oeufs“, da im Herbst bereits etliche Weinfeste in der Umgebung stattfinden. Im Frühling wird auch der neue Wein der letzten Lese in Flaschen abgefüllt. Seit 1975 findet nun das Fest „Fête du vin nouveau“ statt.

Eiermatsch

Wir kamen gerade noch zum Schluss des Eierlaufs bzw.der Eierwerferei und konnten etliche Mitwirkende mit Eiermatsch inklusive Schale auf dem Haarschopf bewundern. Das Spiel besteht nämlich darin, dass eine Mannschaft Eier wirft und die andere sie in einem grossen, mit Sägemehl gefüllten Korb auffangen sollte. Je nach Zielfähigkeit der Werfer befindet man sich als Zuschauer notabene in einer mehr oder weniger grossen Gefahrenzone. Sollte man ein Ei abbekommen, kann man sich damit trösten, das zwar die Frisur für den Moment ruiniert ist, dafür die Haare aber eine extra Haarpackung verabreicht bekommen.

Nebst Wein auch Absinthe

Logischerweise trinkt man an einem Weinfest diverse Weine. In der Region ist aber auch der Absinthe sehr bekannt. Ein Schnaps, der in den letzten Jahren wieder vermehrt an Beliebtheit gewonnen hat, nachdem die Herstellung des aus Wermut gewonnen Destillats jahrzehntelang verboten war. Der Wermut enthält nebst Bitterstoffen auch ätherisches Öl, das unter anderem das toxisch wirkende Thujon enthält. Heisses Wasser für Tee, vermag das Thujon nicht aus dem Kraut herauszulösen. Aber zur Alkoholherstellung muss dieser Stoff durch ein spezielles Verfahren aus dem Wermut extrahiert werden. Nun, das bittere Getränk vermochte nicht alle zu überzeugen, da mundete der Wein doch wesentlich angenehmer… Mit vielen Eindrücken und ziemlich müde sagten wir dann am frühen Abend Cressier Au revoir, peut-être à l’année prochaine.

Zu den Fotos

Nathalie Bloch Kopp

Kontakt

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